Trau, schau, wem!

Kangal Hündin
 

Der Kangal gilt als selbstbewusster, eigenwilliger Vertreter unter den Caniden. Als Herdenschutzhund trifft er eigene Entscheidungen, verteidigt Haus und Hof selbständig und geht für seinen Menschen durch’s Feuer. Seine Erziehung erfordert Geduld und eine sanfte Hand. Aus Angst wird ein Kangal nie gehorchen. Unter Erziehungsfehlern oder mangelnder Sozialisierung wird der Kangal ein Leben lang leiden, trotz seiner hohen Reizschwelle…

Solche vermeintlichen „Haltungsfehler“ zeigten sich bei einer 1,5-jährigen Kangal-Hündin eines bedürftigen Tierhalters, der regelmäßig zur Futterausgabe unseres Vereins kam. Die Hündin war sehr ängstlich, schüchtern und unsicher. Kontakt zu ihr war uns nicht möglich. Auf unsere Nachfrage erklärte der Halter, sie wäre von ihm aus schlechter Haltung befreit worden. Nun müsse sie erst langsam an Menschen gewöhnt werden und Vertrauen aufbauen. Eine traurige Geschichte, mit gutem Ausgang?

Die Hündin ging uns nicht aus dem Kopf. So erfuhren wir, dass dieser Halter, ein drogenabhängiger Herr, seine junge Kangal-Hündin auf das Schlimmste misshandelte. Von Tierliebe und angeblicher Rettung keine Spur! Mithilfe des Vereins „Tierrechte e.V.“ . konnten wir die Hündin seinen Händen entreißen – anders können wir das gar nicht ausdrücken. Über Nacht musste ein Platz für das große, extrem verängstigte Tier gefunden werden. Und: Sie war trächtig! Eine Untersuchung ergab, dass sie 5 Welpen trug.

Wer nimmt schon eine 50-kg-schwere und trächtige Kangal-Hündin auf, die zu ihrem eigenwilligen Charakter auch noch verhaltensgestört war? Aber wir fanden liebevolle Hände! Allerdings gebahr die Hündin 12 Welpen und konnte wegen dieser Wurfstärke nicht auf diesem Platz bleiben. Unserer Vorsitzenden Karin Ertl gelang es gemeinsam mit tierärztlicher Unterstützung, die Neugeborenen mit ihrer Mutter im Tierheim Candelhof, Plauen, unterzubringen. Die Welpen wurden dort liebevoll aufgezogen und vermittelt. Für die Kangal-Hündin selbst konnte später auch ein guter Platz gefunden werden. Geduld und Liebe sind nun ihre Begleiter auf ihrem langen Weg, Vertrauen zum Menschen zu fassen.

„Im eigenen Interesse haben wir nicht verfolgt, unter welchen Misshandlungen die Hündin gelitten hatte. Wir haben unsere Emotionen auf ihre Wegnahme und Rettung gerichtet. Mehr hätten wir wohl nicht ertragen“, so Karin Ertl, erste Vorsitzende.

 

 

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